Chefarzt: Prof. Dr. med. Daniel Oertli
Weiterbildungsstellen: 14 Weiterbildungsplätze zum FMH Chirurgie, davon je sechs Plätze mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie und Tramatologie sowie zwei Ausbildungsstellen Gefässchirurgie

Die Allgemeinchirurgische Klinik ist gegliedert in die drei Abteilungen Viszeralchirurgie, Traumatologie, und Gefässchirurgie / Transplantationschirurgie. Dabei ermöglichen enge Beziehungen zu den jeweiligen Partnerdisziplinen Gastroenterologie, Onkologie, Endokrinologie, Orthopädie, Angiologie und Nephrologie etc. eine umfassende Weiterbildung.

Die Viszeralchirurgie (Prof. Dr. D. Oertli) umfasst eine breit angelegte Grundversorgung ebenso wie Zentrumsfunktionen, besitzt aber eindeutige Schwerpunkte im Bereiche der onkologischen Chirurgie, der Mammachirurgie und der endokrinen Chirurgie. Minimal-invasive Operationstechniken werden praktisch auf allen genannten Gebieten angewendet und weiter entwickelt. Diese Schwerpunkte werden durch Forschungsaktivitäten unterstützt.

Die Traumatologie (Prof. Dr. M. Jakob) verfügt über ein weites Einzugsgebiet. Neben der breiten unfallchirurgischen Grundversorgung der regionalen Bevölkerung wurden überregionale Schwerpunkte in der Versorgung des Polytrauma, der computergesteuerten, minimal invasiven Osteosynthese und der Implantatentwicklung in enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO) erarbeitet. In einem Behandlungszentrum „Bewe- gungsapparatschirurgie“ arbeitet die Traumatologische Abteilung eng mit der Orthopädischen Universitätsklinik zusammen und betreut die PatientInnen in interdisziplinären Behandlungsteams.

Gefässchirurgie und Nierentransplantation (Prof. Dr. P Stierli und Prof. Dr. L. Gürke) sind weitere Schwerpunkte der Allgemeinchirurgischen Klinik, welche eine Versorgung dank kontinuierlicher Weiterbildung und Forschung auf hohem Niveau sichern. Dabei verdienen die abominale und thorakale Aortenchirurgie, Perkutane Stentimplantationen (in enger interdisziplinärer Kooperation mit den invasiv tätigen Radiologie) sowie die periphere Bypasschirurgie besondere Erwähnung. Spezialitäten unseres Transplantationsprogrammes sind die minimal-invasiven Lebendspender-Nephrektomien und ABO-inkompatible Nierentransplantationen. Der für ein Zentrum notwendige Erfahrungsumfang wird durch die organisatorische Einheit der Gefässchirurgien der Spitäler Aarau und Basel unter einer Leitung ermöglicht.

Chefarzt: Prof. Dr. med. F. Eckstein
Weiterbildungsstellen: 2-3 Weiterbildungsstellen zum Spezialarzt Herz- und Thorakale Gefässchirurgie. 1 Rotationsstelle für die Weiterbildung zum Spezialarzt Chirurgie

In der Klinik werden sämtliche Eingriffe der Erwachsenenherzchirurgie ausser der Herztransplantation durchgeführt. Neben der koronaren Bypass-Operation haben rekonstruktive Eingriffe an den Herzklappen oder deren Ersatz sowie die Aortenchirugie zahlenmässsig den grössten Anteil. Benötigt man für offene Herzoperationen die Herz-Lungen-Maschine (HLM), kann die koronare Revaskularisation auch am schlagenden Herzen  ohne HLM oder mit einer sogenannten Mini-HLM durchgeführt werden. Diese Schwerpunkte und reduzierte Zugangsinzisionen ergänzen das Spektrum zur minimal invasiven Herzchirurgie.

Die Klinik für Herzchirurgie bietet Spezialassistenten eine breite Weiterbildung in allen Gebieten der koronaren und der offenen Herzchirurgie. Zusätzlich werden Grundprinzipien der Kardiotechnik den Assistenten vermittelt. Es besteht ein kontinuierliches internes Weiterbildungsangebot sowie die Möglichkeit einer Rotation in die Klinik für Herz- und Gefässchirurgie des Inselspitals in Bern.

Den Rotationsassistenten bieten sich lehrreiche Einblicke in dieses attraktive Gebiet der Chirurgie.

Für die Weiterbildung der Rotations– und Spezialassistenten ist darüber hinaus die Erarbeitung der Indikationsstellungen für die herzchirurgischen Operationen, die gemeinsam mit den internistischen und kardiologischen Kollegen erfolgt, von wesentlicher Bedeutung.

Ein in der Klinik arbeitender Kardiologe ergänzt die enge Verflechtung mit dem Fachgebiet Kardiologie.

Die Weiterbildungszeit in der Klinik für Herzchirurgie bietet mit Erlernen grundlegender chirurgischer Techniken, Indikationsstellungen und perioperativer Behandlung auf der Normalpflegestation sowie Einleitung der Frührehabilitation auch ein interessantes Erfahrungsfeld für Kollegen in Weiterbildung zum Allgemeinmediziner.

Chefarzt: Prof. Dr. med. M. Heberer

Forschungsgruppenleiter Onkologie: Prof. Dr. med. G. Spagnoli
Forschungsgruppenleiter Tissue Engineering: Prof. Dr. I. Martin
Forschungsgruppenleiter Zelluläre und Gentherapie: Dr. A. Banfi

Weiterbildungsstellen: 3 Rotationsstellen für Weiterbildungsassistenten. 1 Rotationsstelle für einen Facharzt (Oberarzt)

Das Institut für Chirurgische Forschung und Spitalmanagement (ICFS) ist die gemeinsame Forschungsplattform der Chirurgischen Kliniken. Bearbeitet werden ausgewählte interdisziplinäre Schwerpunktthemen, von denen längerfristig klinisch relevante Verbesserungen erwartet werden.  Für dieses translationale Forschungsziel, arbeiten in allen Forschungsgruppen Chirurgen und Wissenschaftler zusammen, um die Potenziale der Grundlagenforschung rasch und effizient klinisch nutzbar zu machen.

 

Die onkologische Forschung (Forschungsgruppenleiter: Prof. Dr. G. Spagnoli) fokussiert auf Konzepte der aktiven spezifischen Immuntherapie. Dabei wurde zunächst das Melanom aufgrund der gut charakterisierten Antigene als „Modelltumor“ genutzt.

Im eigenen Labor entwickelte rekombinante Vakziniaviren, die Melanomantigene und kostimulatorische Moleküle kodieren, konnten in mehreren klinischen Studien getestet werden. Nachdem der Nachweis einer Immunantwort auf diese Vakzination erbracht wurde, beschäftigen sich derzeit Folgestudien einerseits mit Verbesserungen dieses Therapiekonzepts (lokale Immunmodulation, Tumorstammzellen etc.) und andererseits mit einer Ausdehnung auf weitere Tumorpathologien (Lungenkarzinom, Kolonkarzinom, Prostatakarzinom).

Die Forschungsgruppe Tissue Engineering (Forschungsgruppenleiter Prof. Dr. I. Martin) fokussiert auf osteochondrale Ersatzgewebe, die mit innovativen und teilweise von der Arbeitsgruppe patentierten Methoden auf der Basis von zellulär besiedelten Biomaterialien in vitro erzeugt werden.

Nach erfolgreichen Tierexperimenten stehen derzeit neben der weiteren Optimierung der Verfahren, erste klinische Untersuchungen auf dem Forschungsprogramm.

Dabei werden die Entwicklung von Bioreaktoren und die Prozessierung von Zellen im Kontext von Biomaterialien als Kernkompetenzen gezielt ausgebaut, während andere Fähigkeiten wie die Produktion und die Testung von Biomaterialien über Kooperationen gelöst werden.

Die Forschungsgruppe Zelluläre und Genetische Therapie (Forschungsgruppenleiter Dr. A. Banfi) fokussiert auf das Verständnis und die Induktion der Gefässneubildung, welche sowohl als eigenständiges Forschungsgebiet bei Herz- und Gefässerkrankungen als auch im Kontext des Tissue Engneering Bedeutung besitzt. In diesen beiden Forschungsfeldern hat die Arbeitsgruppe neue Konzepte für den Einsatz der angiogenen Faktoren VEGF und PDGF entwickeln und patentieren können, deren Relevanz derzeit in präklinischen Experimenten evaluiert wird.

Die Forschungsgruppe Spitalmanagement beschäftigt sich mit Konzepten der Interdisziplinarität und der Zusammenarbeit von Spezialisten innerhalb eines Spitals (Konzept der Behandlungszentren) sowie spitalübergreifend (Netzwerke und Allianzen). Diese Konzepte sind wichtig, um Synergien der Aktivitäten und Kompetenzen von Experten zu realisieren und damit die Potenziale der Spezialisierung auszuschöpfen. In dieser Forschungsgruppe kooperieren seit einigen Jahren Chirurgen mit Forschern der Betriebswirtschaft und der Sozialwissenschaften.

Allen Forschungsgruppen ist gemeinsam, dass sie ihre Leistung durch Einwerbung kompetitiver Drittmittel (Schweizerischer Nationalfonds, Europäische Union, Oncosuisse etc.) und Veröffentlichung in Zeitschriften mit Peer Review dokumentieren. Damit wird eine Grundlage für die akademische Weiterentwicklung der forschenden Mitarbeiter geschaffen.

Chirurgen in Weiterbildung und Fachärzte sind an der Forschung typischerweise sowohl auf der Basis einer tageweisen Tätigkeit (z.B. ein Tag pro Woche) als auch während längerer Forschungsperioden (z.B. einjähriger Forschungsaufenthalt) beteiligt. Die längerfristig beschäftigten Wissenschaftler sichern dabei die Kontinuität der Projekte.