Sie stehen am Anfang Ihrer chirurgischen Laufbahn und suchen einen Weiterbildungsweg zur Erlangung eines chirurgischen Facharzttitels. Der Bereich Chirurgie umfasst derzeit 265 Betten in acht Kliniken, eine interdisziplinäre Notfallstation, eine Chirurgische Poliklinik sowie eine Forschungsabteilung. Das Angebot zur Patientenbetreuung an unserem Hause, erstreckt sich über alle chirurgischen Spezialitäten. Der Bereich erfüllt in vielen Segmenten eine Grundversorgungsfunktion für PatientInnen mit Wohnort im Kanton Basel-Stadt und in anderen Segmenten eine höher spezialisierten Chirurgie für die Region Nordwestschweiz und das angrenzende Ausland.

Was bieten wir Ihnen? Für  Für AbsolventInnen des Facharzt-Curriculums „Chirurgie FMH“ besteht ein strukturiertes Weiterbildungsprogramm, das halbjährliche Rotationen in verschiedenen Kliniken vorsieht. Während der ersten zwei Weiterbildungsjahre bis zum Basisexamen sind wir in einer ersten Phase bestrebt, die Fachgebiete der Viszeralchirurgie, der Traumatologie und der Notfallchirurgie/Ambulante Chirurgie, zu vermitteln. Nach dem Basisexamen werden die Rotationen nach den Präferenzen der KandidatInnen mehr in Richtung der Viszeral- oder der Traumatologie gelegt und die Rotationen entsprechend schwerpunktmässig gestaltet. Rotationen auf andere chirurgische Spezialkliniken, sind nach Absprache mit dem Organisator des Weiterbildungs- und Rotationsprogrammes (Prof. Dr. med. Lorenz Gürke) möglich und erwünscht.

Für wissenschaftlich Interessierte, die eine akademische Laufbahn anstreben, steht unser Institut für Chirurgische Forschung offen. Hier sind Jahresrotationen für Kliniker vorgesehen mit der Möglichkeit der vollzeitigen Forschungstätigkeit dank Freistellung vom klinischen Betrieb während des Forschungsjahres.

Sowohl in den Bereichen der klinischen Weiterbildung als auch von Forschungskooperationen, besitzt und pflegt unsere Klinik ein grosses Netzwerk mit verschiedenen Partnerinstitutionen im In- und Ausland. Auswärtige Rotationen im Weiterbildungs-Curriculum werden dahingehend vereinbart und organisiert, mit dem Ziel, Erfahrung und Expertise in definierten Segmenten der Klinik und/oder der Forschung zu vertiefen.

Was zeichnet eine(n) gute(n) ChirurgIn aus? ChirurgInnen benötigen neben den manuellen operativen Fähigkeiten gute Kenntnisse in Diagnostik, Indikationsstellung und postoperativer Verlaufsbeobachtung. ChirurgInnen sollten nicht nur fähig sein, einen geplanten Eingriff korrekt durchzuführen, sondern auch intraoperative Überraschungen zu erkennen und ihr Handeln der neuen Situation anzupassen. Sich ein klares, umfassendes und korrektes Bild einer intraoperativen Situation zu verschaffen, kann schwieriger sein als die Durchführung des Eingriffsper se. Das benötigt ein rasches Auffassungsvermögen, geistige Flexibilität und Entscheidungsfreudigkeit auch unter Zeitdruck. In der postoperativen Phase kommt es ebenfalls drauf an, dass mögliche Unregelmässigkeiten und sich einstellende Komplikationen rasch erkannt und prompt behandelt werden. Die Tätigkeit in der Chirurgie und die Möglichkeiten in der Klinik, in der Forschung und Entwicklung sowie in den menschlichen Kontakten, sind an einer Universitätsklinik einzigartig und faszinierend. Von ChirurgInnen in Weiterbildung erwarten wir Motivation, Teamfähigkeit, Ausdauer, Neugierde für die Wissenschaft sowie eine kritische Einstellung, auch sich selber gegenüber.

Chirurgische Weiterbildung und Arbeitszeitreduktion. Die heute geltende Arbeitszeitbeschränkung auf 50 Stunden pro Woche für Assistenz- und OberärztInnen und die hohe Arbeitsteiligkeit in der Medizin, stellen die klinische Betreuungskontinuität für die PatientInnen auf die Probe und lassen entsprechende Schnittstellen bei Rapporten und Übergabevisiten kritisch und immer wichtiger werden. Die zeitlich limitierte Exposition zu Krankheitsbildern und -verläufen, erlaubt es heute den ChirurgInnen in Weiterbildung während der vorgesehenen 6 Jahre bis zum Facharzt „Chirurgie FMH“ nicht mehr in dem Masse, sich implizites Wissen anzueignen wie dies früher der Fall war. Damit gemeint ist die Verinnerlichung chirurgischen Wissens im Sinne der klinischen Erfahrung und der Aneignung chirurgischer Fertigkeiten.

Der Ausweg aus dieser Situation besteht in einem breiten Angebot unserer Klinik im Hinblick auf die Vermittlung von explizitem Wissen im Rahmen regelmäßiger, strukturierter Weiterbildungsveranstaltungen (bis hin zu den Vorbereitungs-Seminaren für die Facharztprüfung) und praktischen Kursen zur Aneignung manuell-chirurgischer Fähigkeiten („Virtual Reality Surgical Simulation“ und „Surgical Skills Training“).

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Freude bei der Weiterbildung.
Prof. Dr. med. Daniel Oertli
Departementsvorsteher Chirurgie