Universitätsspital Basel
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Transsexualität / Transgender

Es gibt Menschen, die im für sie falschen Körper geboren worden sind. Sie gehören genetisch zu einem bestimmten Geschlecht, fühlen sich aber als dem jeweils anderen zugehörig. In unseren Breiten kommt dies mit einer Häufigkeit von ca. 1:30.000 in Form der Mann zu Frau Transsexualität vor. Die Frau zu Mann Transsexualität ist seltener, sie kommt etwa in Verhältnis 1:100.000 vor. Die Betroffenen durchwandern häufig einen langen persönlichen Leidensweg, bis sie sich und ihrer Umwelt ihre Veranlagung eingestehen können. Durch Verdrängung und Fehldiagnosen sind begleitende psychiatrische Erkrankungen häufig.

In unserer interdisziplinären Arbeitsgruppe für Transsexualismus begleiten wir unsere Patienten für mindestens zwei Jahre, bevor eine Operation zur Geschlechtsanpassung in Frage kommt.  Voraussetzung ist eine kontinuierliche psychotherapeutische Behandlung über mindestens zwei Jahre, eine hormonelle (medikamentöse) Therapie für mindestens ein Jahr sowie ein komplettes privates wie berufliches Outing mit Cross-Dressing für ebenfalls mindestens ein Jahr. Bei den Einladungen zu unseren Transsexuellen-Meetings sprechen die Patienten einzeln mit den Mitgliedern unserer interdisziplinären Gruppe und schildern ihre aktuelle Situation und ihre weiteren Vorstellungen.

Wir hören Ihnen zu, nehmen Ihre Beschwerden ernst und versuchen, Ihnen individuell zu helfen. Wir sind darum bemüht, Ihnen Kontinuität der Ansprechpartner zu bieten, damit das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihren behandelnden Ärzten gefestigt wird, und ein hohes Mass an Diskretion ermöglicht wird.

 

Die operative Geschlechtsanpassung verläuft in zwei bis die operativen Schritten im Abstand von drei bis sechs Monaten.

 

Mann zu Frau:

1.    Schritt: Aufbau eines weiblichen Genitalorganes

2.    Schritt: Brustaufbau und Schamlippenplastik

3.    Schritt (evtl.): operative Feminisierung des Gesichtes, Adamsapfelabtragung

 

Frau zu Mann:

1.    Schritt: Entfernung von Brüsten und Gebärmutter

2.    Schritt: Aufbau eines männlichen äusseren Genitalorganes (Radialislappen)

3.    Schritt (evtl.): operative Maskulinisierung des Gesichtes

 

Wenn die Diagnose des echten Transsexualismus von einem Psychiater gestellt und von unserer Transsexuellen Arbeitsgruppen bestätigt wurde, gehört die Übernahme der Behandlungskosten zur Grundleistung der Krankenkasse.